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Henn1

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Montag, 21. August 2017, 10:34

Reeven Kiran - RGB Lüfter mit gutem Lager

Einleitung
Der Hersteller Reeven ist hierzulande immer noch relative unbekannt bzw. fristet ein Exoten-Dasein. Dabei können die Produkte wirklich überzeugen, zumindest ist das meine Ansicht. Alle bisher von mir getesteten Modelle wiesen keine Mängel auf, viel mehr konnten sie sogar mit einer guten Verarbeitung und Leistung punkten. Auch preislich spielen sie in einer interessanten Liga. Eventuell hielt der markentypische gelbe Lüfter Interessenten von einem Kauf ab. Aber das ist nur eine Mutmaßung meinerseits. Vielleicht verhilft der hier vorgestellte Lüfter der Marke ja etwas auf die Sprünge, Fuß auf dem europäischen Markt zu bekommen zu fassen.



Unboxing und Details
Die Verpackung ist sehr schick gestaltet. Meiner Meinung nach, traf das in der Vergangenheit bei den Kühler nicht immer zu. Für mich hat es den Anschein, als wolle Reeven insgesamt etwas hochwertiger rüberkommen. Der Hersteller hat es sich aber natürlich nicht nehmen lassen, typisch gelbe Akzente zu setzen. Diese allerdings nur auf der Rückseite. Wie üblich hält die Verpackung Informationen zum Produkt bereit. Sehr interessant finde ich hierbei, dass Reeven nun eine weltweite Produktgarantie von zwei Jahren bewirbt. Auch beim Lager hat sich was getan. Denn beim Kiran kommt nun ein hochwertiges FDB Lager mit 120.000 Stunden Laufzeit und mehr Laufruhe zum Einsatz.






Der Packungsinhalt ist im Umkarton noch einmal auf zwei kleinere aufgeteilt. Der eine beinhaltet den Lüfter, während im anderen Schrauben, ein Y-PWM-Kabel und eine Kurzanleitung vorhanden sind. Zunächst war ich etwas über das Kabel verwundert, dann kam mir aber der Gedanke dahinter in den Sinn. Beim Kiran handelt es sich um einen PWM Lüfter. Da nicht jeder über eine PWM Lüftersteuerung bzw. nicht jedes Mainboard über immens viele (echte) Anschlüsse verfügt, könnte man zumindest zwei Kiran an einen Anschluss hängen. Die Anleitung hingegen wirkt sehr billig. Auf das A4 Blatt wurden lediglich die Beleuchtungsinstrukionen abgedruckt, welche, wie ersichtlich, nicht sehr umfassend sind. Dies hätte man auch evtl. anders lösen können. Anmerken muss man hier auch, dass Reeven mit drei Modi und sieben Farben wirbt. Man erhält aber sieben Farben sowie zwei zirkulierende Modi und die „Aus-Funktion“. Das als Modus zu bezeichnen, finde ich etwas merkwürdig.




Unter dem Namen Reeven Kiran erhält man nun also einen RGB Lüfter mit 120mm Rahmenbreite. Die Grundform des Rahmens ist rund und die Montagehalter sind wie kleine Pfeile ausgearbeitet. Dabei wurde auf Tunnel der Bohrungen verzichtet, um die Kompatibilität zu erhöhen. Das Zusammenspiel aus runden Rahmen und angesetzten Ecken erinnert mich ein klein wenig an die Corsair AF120. Ähnlich zu diesen sind auf den Ecken des Reeve Kiran auch Gummi-Entkoppler angebracht. Ein sehr entscheidender Unterschied ist hier aber auch der zweigeteilte Rahmen.






Der eine Teil ist aus schwarzem Kunststoff und beherbergt die erwähnten Ecken. Dieser Rahmen ist aber nicht komplett im Kreis verschlossen. An den Seiten sind eine Art Aussparungen vorhanden. Hier wird auch der zweite Teil ersichtlich. Denn in den schwarzen Rahmen ist ein milchiger Kunststoff-Ring eingesetzt. Dieser ist natürlich für die Beleuchtung angebracht.
Der Rotor scheint aus dem selben Material zu bestehen. Die elf Lüfterblätter sind jedoch etwas angeraut. Da das Material leicht transparent ist, erkennt man auch den Motor bzw. die vier Statorspulen durch die Nabe. Auch hier wurde das Material für die bessere Be- bzw. Durchleuchtung gewählt.




Die Kabel sind alle schwarz. Das finde ich super, denn wenn man schon einen beleuchteten Lüfter verbaut, dann achtet man bestimmt auch auf die restliche Optik. Meiner Meinung nach, hätte sich Reeven das schwarze Sleeve auch gerne sparen können. Ohne das Sleeve würde sich der 4-Pin Anschluss noch besser verlegen bzw. verstecken lassen. Das Sleeve ist allerdings nicht schlecht verarbeitet. Auf jeden Fall wesentlich besser als bei den Verlängerungen der Reeven Four Eyes Touch. Der Stecker ist ebenfalls schwarz. Nun erkennt man auf den Bildern weitere Kabel mit einem Taster am Ende. Dieser dient der Verstellung der Beleuchtung. Denn im Gegensatz zu vielen anderen RGB Lüfter braucht man für den Kiran keine externe Steuerung. Der IC sitzt hier also direkt mit auf der Motor-Platine. Die sechs RGB-LEDs sind am Rand der Platine angebracht und leuchten seitlich in die Läfterblätter. Das Lüfterkabel ist mit 50cm relativ lang, das Kabel des Schalters zum Glück sehr kurz. Somit lässt sich der Lüfter auch gut als Gehäuselüfter einsetzen, wobei man den Schalter gut verstecken kann.



Technische Daten und Messwerte
Die technischen Spezifikationen habe ich der Verpackung entnommen.


Name: RE1225FD15EW-RLSP
Drehzahl: 400(+-200) – 1500 (+-10%) UPM
Luftdurchlass: 23,8 – 110,0 m3/h
Statischer Druck: 0,102 – 2,946 mmH2O
Geräuschpegel: 6,0 - 33,6 dBA
Größe: 120 x 120 x 25 mm
Lagertyp: Fluid Dynamic
MTTF: 120.000 h
Spannung: 12 V
Stromstärke: 0,20 A


Reeven ist wie immer etwas großzügig, was die vorgegebene Drehzahl angeht. Ich habe das natürlich nachgeprüft. Mein vorliegendes Exemplar des Kiran trifft den Bereich aber sehr gut. Er läuft per PWM zwischen 361 und 1496 UPM. Per DC bzw. Spannungsreglung läuft er zwischen 388 und 1496 UPM. Für beide Steurerungsvarianten habe ich verschiedene Werte getestet und in den nachstehenden Graphen festgehalten. Die Anlaufspannung meines Lüfters beträgt zudem 3,6V.




Reeven hat die Beleuchtung des Lüfters so ausgelegt, dass sie ihre volle Helligkeit bei 12V hat. Steuert man ihn also per PWM an, so ändert sich also auch nichts an der Helligkeit. Regelt man ihn per Spannung, hingegen schon. So nimmt die Helligkeit immer weiter ab, bis die LEDs ab ca. 3,4V zu blinken beginnen und ab 3,2V komplett ausgehen. Daher auch die Dreingabe des PWM-Splitters.



Praxistest
Der Reeven Kiran nutzt, wie angesprochen, ein FDB Lager. Dieses zeichnet sich nicht nur durch eine lange Haltbarkeit aus, sondern auch mit einer hohen Laufruhe. Und das macht sich beim Lüfter sehr bemerkbar. Denn der Kiran ist bis ca. 750UPM kaum wahrnehmbar. Dabei ist auch dort schon eine gute Luftbewegung zu spüren. Bei 500UPM ist dann flüsterleise. Viel Luft wird dann nicht mehr bewegt, jedoch dürfte er so als Gehäuselüfter immer noch gut funktionierten. Ab 1000UPM wird er etwas aufdringlicher und ab 1200UPM laut. Ab hier scheint die bewegte Luftmenge aber auch stark zu steigen. Insgesamt ist das Geräusch eigentlich nur durch die Luftverwirbelung auszumachen. Der Motor ist tatsächlich sehr leise. Konkrete Messwerte bzgl. der Kühlperformance im Vergleich zu anderen Lüftern werden ich eventuell nachlegen. Ich denke aber, dass der Kiran vor allem als Gehäuselüfter mit geringer Drehzahl eingesetzt werden sollte. Durch die Gummi-Entkoppler und das ruhige Lager ist das eine sehr gute Kombination, welche zudem auch gut aussieht.
Denn durch die Beleuchtung kann man ja auch noch farbliche Akzente setzen. Die Farben naturgemäß darzustellen ist immer etwas schwierig. Mit den folgenden Bildern habe ich dies so gut wie möglich versucht. Das Licht wird dabei auch wirklich so gut gestreut, dass der rotierende Lüfter wie eine Fläche aussieht. Ich finde diesen Effekt persönlich echt cool. Dargestellt sind die statischen Farben. Die Modi sind zwei Farbzyklen, wobei einer einen weichen Übergang hat und der zweite „hart“ wechselt.







Beim weichen Übergang ergibt sich bei manchen Drehzahlen ein witziges Bild. Denn dann überlagern sich die Frequenzen des Lichtpulses und des rotierenden Rotors und es werden „Streifen“ im Lüfter sichtbar. Dies betrifft aber nicht alle Farben und nicht alle Drehzahlen. Es wäre schon ein großer Zufall, wenn man diesen Effekt genau bei seiner präferierten Einstellung vorliegen hätte.




Was mir auch besonders gut gefällt, ist, dass man auch von der Seite die Beleuchtung einsehen kann, da der Rahmen Aussparungen hat. Somit kommt er auch sehr gut auf Luftkühlern zur Geltung.




Im Folgenden exemplarisch auf dem Reeven Justice.





Fazit
Insgesamt hat Reeven mit dem Kiran einen sehr hochwertigen Lüfter herausgerbacht. Die Verarbeitung ist zwar an den Übergängen der Rahmenhälften nicht perfekt, aber auch nicht wirklich schlecht. Ansonsten machen sie Materialtechnisch einen guten Eindruck. Die Gummi-Ecken erfüllen ihren Zweck und sind in Gehäusen mit Montageschlitzen sogar sehr hilfreich, da der Lüfter dann nicht so bombenfest angezogen werden muss um ihn vor dem verrutschen zu schützen. Nett finde ich auch, dass Reeven sehr konsequent beim Farbdesign ist.
Die Beleuchtung des Reeven Kiran ist das Hauptaugenmerk und auch dies erfüllt er sehr gut. Die wählbaren Farben sind gut gewählt und die Steuerung per Button dürfte vielen helfen, die keine RGB-Steuerung besitzen. Zudem hat Reeven soweit mitgedacht und ein PWM-Splitter beigelegt.
Abschließend möchte ich sagen, dass der Lüfter mich sehr überzeugt hat. Das Lager trägt dazu auch einen Großteil bei. Weder Motor noch PWM-Klackern waren hörbar. Erst ab ca. 1000UPM wird das Luftrauschen lauter und eventuell störend (dies hängt ja auch immer von der Person und natürlich auch vom Einbauort ab).

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Henn1« (21. August 2017, 10:42)